„Als Kaiserin bin ich in eine Ebene aufgestiegen,
in der mir das normale Menschsein nicht mehr möglich ist.“

Elisabeth von Österreich

Über die Autorin
Karen Duve, 1961 in Hamburg geboren, lebt in der Märkischen Schweiz. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Ihre Romane Regenroman (1999), Dies ist kein Liebeslied (2002), Die entführte Prinzessin (2005) und Taxi (2008) waren Bestseller und sind in 14 Sprachen übersetzt. 2011 erschien ihr Selbstversuch Anständig essen, 2014 ihre Streitschrift Warum die Sache schiefgeht. Die Verfilmung ihres Romans Taxi kam 2015 in die Kinos. 2016 sorgte sie mit ihrem Roman Macht für Aufruhr und wurde mit dem Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor (2017) ausgezeichnet. Für ihren Roman Fräulein Nettes kurzer Sommer (2018) wurde Karen Duve mit dem Carl-Amery-Preis, dem Düsseldorfer Literaturpreis und dem Solothurner Literaturpreis ausgezeichnet.

Nach ihrem Buch über die kluge und überraschend rebellische Dichterin Annette von Droste-Hülshoff hat sich Karen Duve für ihren neuen Roman diesmal eine der schillerndsten und zugleich am meisten unterschätzten Frauen der Weltgeschichte ausgesucht: Kaiserin Elisabeth von Österreich, genannt Sisi.

Denn was die wenigsten wissen, wenn sie an die ewig jugendliche und schöne Kaiserin denken: Sisi war ihrer Zeit in vielem voraus! Ein innovativer Geist, der innerhalb der brutalen Grenzen eines erstarrten Systems agieren musste. Karen Duve hat monatelang Briefe, Erinnerungen, historische Darstellungen studiert und bis ins kleinste Detail recherchiert.

Mit dem ihr eigenen Witz, ihrer sensiblen Beobachtungsgabe und ungebrochenen Lust am gnadenlosen Sezieren erzählt sie in ihrem Roman von der schon älteren, 38-jährigen Sisi, die bereits überaus versiert darin ist, sich den Forderungen des Hofes zu entziehen und sich widerspenstig ihre Freiräume zu schaffen. So war der faszinierende Magnet des Österreichischen Kaisertums geradezu süchtig nach wilden Reitjagden und reiste dafür, sooft es ging, nach England. (Wo sie von dem legendären Rennreiter Bay Middleton für ihre Tollkühnheit mehr als
Respekt erhielt. Und wo sie mit ihrer Reit-Besessenheit die englische Königin vor den Kopf stieß.)

Auch ihr ungarisches Schloss Gödöllő war für Sisi ein bewährter Rückzugsort, an dem sie allerdings nicht nur ihre Pferde dressierte. Denn die gestandene Kaiserin beherrschte inzwischen selbst das Spiel der Macht auf äußerst subtile Weise. Allzu gerne band sie immer wieder neue Menschen an sich, erhob sie oder ließ sie fallen. Selbst vor ihrer engsten Familie machte sie nicht Halt: Im Sommer 1876 lud Sisi ihre reit- und fechtkundige Nichte Marie Wallersee nach Gödöllö ein und verwickelte sie in ein abgründiges Geschehen aus Verführung und Verrat.

Karen Duve stellt in ihrem Roman eine andere, interessantere Sisi vor, als wir sie von ihrem Glanzbild kennen. Sie zeigt einen widersprüchlichen Menschen – faszinierend, manipulativ, sehnsüchtig, mächtig, tapfer und bisweilen zerstörerisch.

Ein hochliterarischer, tiefgründiger, kluger Roman voller Humor und Menschenkenntnis.
Ein echter Duve!

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